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18.May.2017

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat nichts Falsches gemacht!

Der Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat gehörig mehr Respekt verdient, als in den Medien übertragen wird. Auch wenn seine Meinung zum Thema Kopftuch von vielen Österreichern anscheinend nicht verstanden und nicht geteilt wird, ist er dennoch der Bundespräsident Österreichs. Man sollte ihm mit Respekt entgegentreten. Auch über die Medien.

Wir die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich solidarisieren uns mit Alexander Van der Bellen und seiner Haltung zum Thema Kopftuch. Er hat ein durchaus wichtiges Thema angesprochen, nämlich die steigende Islamfeindlichkeit. Registrierende Stellen alarmieren eine steigende Islamophobie und Intoleranz in Europa und Fälle der Hasskriminalität gegenüber Muslime. Es wird umso dringender, dass Regierungsspitzen, wie der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen das Wort ergreifen und den fehlenden Schutz der kopftuchtragenden Frau thematisieren.

Obwohl ganz Österreich Van der Bellen richtig verstanden hat(!), ist umso mehr für ganz Österreich zu bedauern, wie aus seiner Schutzhaltung über die Minderheit kopftuchtragender Frauen in Österreich – ein Grund zum Angriff auf den Präsidenten wird. Van der Bellen wird regelrecht von vielen Seiten unter Druck gesetzt seine solidarisierenden Worte wieder zurückzunehmen. Diese teils verletzende und verachtende Haltung kann aus Sicht der IGGÖ nicht gutgeheißen werden. Es ist nicht nur ein Angriff auf den Bundespräsidenten, genauso werden Elemente der religiösen Glaubenspraxis der Muslime herabgesetzt. Diese Herabsetzung ist ein Beweis dafür, dass Muslime nicht als vollwertige Mitglieder der österreichischen Gesellschaft akzeptiert werden. Das ist ein Grund zur Besorgnis.

Insbesondere die zunehmend undifferenzierte Betrachtung und die ungerechtfertigte Vermischung des friedenstiftenden Islam mit dem gewaltbereiten Terrorismus, finden ihre Anhänger gegen das Kopftuch. Durch den lauten Rechtspopulismus und dem, daraus resultierenden und falsch verstandenem Nationalismus, wird die Distanz zwischen Islam und dem gewaltbereiten Terrorismus negiert. Jedoch sollte für jeden Österreicher klar ersichtlich sein, dass ablehnende Haltung gegenüber Menschen aus anderen Kulturkreisen, gegen ihre Religion, und gegen ihre Kleidungsvorschriften als Basis zur Instrumentalisierung im Rechtspopulismus herangezogen wird.

Zahlreiche Wortmeldungen in den Medien und offene Briefe von politischen Akteuren haben nur politisches Kalkül im Sinn. In politischer Taktik werden die Worte des Bundespräsidenten verzerrt. Wieder einmal wird ein Grundrecht um die Würde des Menschen in Angriff genommen und die Freiheit in der Auslebung seiner Kultur mit Ressentiments belegt. In der Tat wird das Kopftuch in manchen europäischen Aufnahmeländern - wo der Rechtsruck unaufhaltsam seinen Weg eingenommen hat – erst zum politischen Symbol hochgehievt als sie faktisch ein solches wäre.

Wir, die Muslime Österreichs wollen, dass in ganz Europa unsere Religion, der friedliche Islam, weder mit Terror noch mit Gewalt in Zusammenhang gebracht wird. Die Angriffe auf unsere Religion sowie auf die Glaubensinhalte müssen aufhören! Österreichische Medien sollten aufklären, anstatt den unangebrachten Unmut gegen den Islam noch weiter zu verstärken. Aber genau das sehen wir. Auch in Österreich, leider Gottes! Die Österreicher werden mit der Rhetorik beliefert, die nur Ressentiments unter den Lesern zulässt. Und dann kommt ein Bundespräsident, und sagt zu Recht „Stopp“! Den Beginn hat Österreich gemacht, auch andere Länder täten gut daran sich gegen jede Feindseligkeit an Muslime im Land aufzulehnen und mit der Mehrheitsgesellschaft dem polarisierenden Grundtenor entgegenzuwirken.

Es ist eine Sache des Charakters, ohne Furcht vor politischen Konsequenzen zum Schutze der Unterdrückten und Diskriminierten, sich auf die Seite der Religionsfreiheit zu stellen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich kann dahingehend die entschlossene Menschlichkeit und Mut des Bundespräsidenten Van der Bellen nur unterstreichen und vernünftig nachvollziehen. Mit seinen Aussagen hat er bewiesen, dass er sich als Präsident für alle in Österreich lebenden Menschen verantwortlich fühlt. Und er hat recht!


Rückfragen & Kontakt:
Sevgi KIRCIL, MA
IGGÖ – Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich

Telefon: +43 1 526 31 22
Fax: +43 1 526 31 22 - 4
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