Direkt zum Inhalt dieser Seite

Home | Newsletter | Kontakt | Impressum

 

05.July.2017

Muslime und ihre Einrichtungen dürfen nicht zum Spielball der Politik gemacht werden

 Für uns als IGGÖ kommt das, was der FALTER nunmehr aufdecken konnte, nicht als Überraschung. Wir hatten ohnehin immer wieder thematisiert, dass es sich bei der sogenannten Kindergartenstudie vor allem um eine bestellte Studie handelt, die in der Art wie sie durch das Auftrag gebende Integrationsministerium lanciert wurde, gewissen politischen Interessen nutzbar gemacht werden sollte.

Sehr vielsagend sind die Beispiele an Umformulierungen, die der FALTER nennt. Was Ministeriumsbeamte da geschrieben haben, deckt sich nämlich genau mit jenen Phrasen, die in den von hier aus vorangetriebenen Islamdebatten eifrig verwendet werden, um einen gewissen „Spin“ zu erreichen. Es ist erschreckend, wenn sich der Wissenschaftler, der namentlich dafür einsteht, für derartige politische Manöver hergibt. Noch bedenklicher ist, wie ein Ministerium, das für Integration verantwortlich zeichnet, wider besseres Wissen um den wahren Sachverhalt die Rufschädigung einer ganzen Bevölkerungsgruppe anzettelt. Hier wird nicht Integration betrieben, sondern werden bestehende Ressentiments in Feindbilder umgewandelt. Was soll damit erreicht werden? Auch das scheint ziemlich durchsichtig, wenn man die Aktion in einen größeren Kontext des drastischen Schwenks im Umgang mit dem Islamthema stellt. Musliminnen und Muslime dürfen aber nicht zum Spielball politischer Interessen gemacht werden und haben ein Recht darauf, dass eine möglichst rasche und umfassende Aufklärung der Vorgänge rund um die umstrittene Studie erfolgt. Wir vertrauen darauf, dass auch die Bevölkerung erkennt, dass eine Politik der Angstmache nicht nur unfair ist, sondern letztlich dem gesamtgesellschaftlichen Klima des guten Zusammenlebens schadet.

Die prompte Reaktion der Universität Wien, ein Prüfungsverfahren einzuleiten, begrüßen wir. Seriöse Wissenschaft muss sich nicht nur an Kriterien des neutralen Forschens halten. In Frage steht hier auch die Autonomie der Wissenschaft, die nicht durch politische Interessen korrumpiert werden darf.

Vor allem sei auch festgehalten, dass die frühkindliche Bildung eine ernsthafte Beschäftigung verlangt. Von der IGGÖ werden keine Kindergärten betrieben, noch beaufsichtigt. Als religiöse Vertretung der Muslime sind wir allerdings in die Entwicklung eines für alle Wiener Kindergärten verbindlichen Kriterienkatalogs eingebunden. In Entstehung begriffen ist genauso ein Leitfaden für konfessionelle Kindergärten der verschiedenen Religionsgemeinschaften, der gleichfalls pädagogische Standards allgemein definieren soll.


Rückfragen & Kontakt:
Mag. Mahmud Ersoy Bülbül
Medienreferent im Obersten Rat der IGGÖ
Mobil: 0660 4848574
ersoy.bulbul@derislam.at

Galerie

Zufallsbild

Video Galerie

Zufallsbild

Download

Zufallsbild