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03.October.2017

Unsere Moscheen leisten hervorragende Integrationsarbeit

Unsere Moscheen leisten seit mehr als 30 Jahren eine hervorragende Integrationsarbeit für Muslime und fördern stets das gemeinsame Miteinander und das friedliche Zusammenleben in Österreich. Die Ergebnisse der aktuell veröffentlichten Studie des Österreichischen Integrationsfonds mit dem Titel „Die Rolle der Moschee im Integrationsprozess“ sind für uns nicht nachvollziehbar, genauso wenig vertretbar.

Lediglich 16 von 400 Moscheen zu erheben und der Versuch generalisierbare Schlüsse daraus ziehen zu wollen, ist keine zulässige Vorgehensweise in der Wissenschaft, wenn man weiß, dass es sich um eine sehr vielfältige und komplexe Moscheelandschaft handelt. Deshalb sind die Ergebnisse weder repräsentativ für alle Moscheen der IGGÖ, noch ist es klar, welche Aussagen und Beobachtungen der ForscherInnen zu einem solchen nicht nachvollziehbaren und nicht transparenten Ergebnis führen. Wie können StudienautorInnen, die sich als Islam-ExpertInnen bezeichnen, nicht wissen, dass Freitagsgebete nur für männliche Muslime vorgesehen sind? Daraus eine Gender-Agenda zu machen, in dem vorgeworfen wird, Frauen aus Freitagsgebeten im Voraus auszuschließen, zeigt mit welchem Verständnis die Moscheen unter die Lupe genommen wurden. Ebenso gehen wir davon aus, dass es sich um eine Auftragsstudie handelt, die politische Ziele verfolgt: Öffentliche Denunzierung muslimischer Einrichtungen und die Hinterfragung der Glaubwürdigkeit ihrer Lehre. Mit wissenschaftlicher Ethik hat dieser politische Auftrag nichts gemeinsam. Es wird von der Politik eine schmutzige Kampagne gegen die Muslime in Österreich geführt, ihre Religion instrumentalisiert.

Als Vertreter der Muslime erwarten wir uns, die wissenschaftlichen Perspektiven auf muslimische Einrichtungen zu erhöhen und wünschen eine sachliche Diskussion darüber. Jeder von uns trägt soziale Verantwortung für die Zukunft der nachkommenden Generationen. Soziale Sicherheit darf nicht gegen polizeistaatliche Maßnahmen eingetauscht werden.

Warum misst man unsere Moscheeeinrichtungen nicht nach deren Leistungen und Taten? Als IGGÖ arbeiten wir gemeinsam mit Vertretern aller unserer Kultusgemeinden und Experten aus den Universitäten seit Monaten an einem Kriterienkatalog für Moscheen und Imame. Für den 14. Oktober haben wir eine zweite Expertenkonferenz einberufen, deren Ziel es ist, die Kriterien in den Moscheen und Kompetenzen der Imame zu konkretisieren. Wir wissen, dass Verbesserungsbedarf in unseren Einrichtungen besteht, besonders was räumliche Standards und sprachliche Kompetenzen unserer Imame betreffen, sind aber stets bemüht die Qualität dieser zu verbessern. Zu diesem Zweck werden Kriterien von ExpertInnen aufgestellt und Qualitätsrichtlinien vorgegeben. Ziel ist, dass alle Moscheeeinrichtungen der Glaubensgemeinschaft diese vorgesehenen Standards sukzessive umsetzen.

Mit unserer Loyalität zum österreichischen Staat, der Präventions- und Jugendarbeit die unsere Moscheen tagtäglich leisten, sichern wir den sozialen Frieden untereinander und beschützen insbesondere unsere Kinder vor Verwahrlosung, Perspektivlosigkeit und radikalen Strömungen jeglicher Art. Sollten wir Fehlentwicklungen in einer unserer Glaubenseinrichtungen bemerken, sind wir als Islamische Glaubensgemeinschaft die Ersten, die darauf reagieren und Verbesserungsinitiativen ergreifen.

Zu den vom Kultusamt verorteten Verdachtsfällen auf Auslandsfinanzierung von Imamen: Die Finanzabteilung der IGGÖ hat bereits im Frühjahr 2017 sämtliche Kultusgemeinden aufgefordert, uns ihre Finanzberichte vorzulegen. Diese Prozedur geschah unabhängig von der Überprüfung des Kultusamtes. Die Berichte wurden auch dem Kultusamt übermittelt. Unsere Finanzabteilung arbeitet noch an den Prüfungen, die Überprüfung ist noch nicht abgeschlossen. Erst wenn die Ergebnisse unserer Abteilung sowie des Finanz- und Innenministeriums vorliegen, kann Konkretes dazu gesagt werden. Als IGGÖ ist es für uns ein Anliegen, dass jeder unserer Kultusgemeinden ihre Selbsterhaltungsfähigkeit durch Mittel garantiert, die aus dem Inland fließen. Bei offenkundigem Verstoß ist es die Aufgabe der IGGÖ rechtswidriges Verhalten zu ermahnen und deren Unterlassung zu fordern. Gegebenenfalls sind Konsequenzen daraus zu ziehen, die bis zur Auflösung von Kultusgemeinden führen kann.

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